Ein Rundgang durch unseren neugestalteten Hamburg-Standort im Astraturm am Zirkusweg und die Frage, was passiert, wenn man Bestandsflächen nicht verwaltet, sondern gestaltet.
Wer im Astraturm am Zirkusweg 2 aus dem Fenster unserer Etage schaut, sieht Hamburg so, wie man es sich wünscht. Kirchturmspitzen ragen über die Dächer von St. Pauli, dahinter glitzert die Elbe, Hafenkräne zeichnen ihre Silhouetten in den Himmel. Es ist eine dieser Aussichten, bei denen Besucher kurz stehen bleiben und vergessen, warum sie eigentlich gekommen sind.
Was vorher war
Roter Teppichboden, durchgehend. Weiße Wände, durchgehend. Glastrennwände mit Milchglasstreifen, Neonröhren an der Decke, eine Teeküche, die den Namen nicht verdient hat. So präsentierte sich uns die Fläche, welche wir zum neuen Standort der Office Group umgestalten wollten. Technisch gesehen konnte man sagen: Die Fläche funktioniert. Aber das Büro hätte überall stehen können. In Frankfurt, in Essen, in irgendeinem Gewerbegebiet. Nichts an diesen Räumen sagte schon: Hier arbeitet jemand, der sich mit der Gestaltung von Arbeitsorten beschäftigt. Nichts sagte: Hamburg. Und nichts sagte: Office Group.
Das ist kein Vorwurf an die Vergangenheit. Diese Büros waren Standard und Standards haben den Vorteil, dass sie niemanden stören. Aber irgendwann reicht „nicht stören“ nicht mehr aus. Nicht, wenn man den Anspruch hat, Orte zu schaffen, die etwas mit Menschen machen.
Die Entscheidung
Wir hätten streichen können. Neuen Teppich, frische Farbe, ein paar Designermöbel. Fertig. Viele machen das so, und es sieht danach auch besser aus. Für eine Weile.
Wir haben uns anders entschieden. Komplett entkernen. Alles raus, bis auf die Gebäudesubstanz. Roher Estrich, offene Kabel, leere Räume mit nichts als der geschwungenen Fensterfront und diesem Blick, der einem zeigt, was hier eigentlich möglich wäre.

Das war der Moment, in dem die eigentliche Arbeit begann. Nicht die Bauarbeit, die kam danach. Sondern die Denkarbeit: Was brauchen die Menschen, die hier jeden Tag arbeiten? Was brauchen die Kunden und Partner, die hierherkommen? Und wie bringen wir beides zusammen, ohne dass es nach Showroom aussieht oder nach Großraumbüro-Kompromiss?
Der Empfang: Erster Eindruck ohne Worte
Wer heute aus dem Aufzug tritt, steht vor einem ovalen Empfangstresen mit gehämmerter Metalloberfläche, die das Licht der indirekten LED-Leiste an der Decke einfängt. Dahinter öffnet sich der Raum zu einer Küche, abgetrennt durch einen bodenlangen Vorhang in Grau. Kein Rigips, kein Glas, sondern Stoff. Man kann den Bereich öffnen oder schließen, je nachdem ob gerade Kunden da sind oder das Team gemeinsam kocht.

Die Wandfläche dahinter ist in einem warmen Terracotta gehalten, das sich durch mehrere Räume zieht. Mal als Akzentwand, mal als Rahmen für eingelassene Regale. Es ist ein Farbton, der Wärme erzeugt, ohne aufdringlich zu sein. Wer aus dem kühlen Hamburger Wetter hereinkommt, spürt den Unterschied sofort.
Die Küche: Kein Pausenraum, sondern Treffpunkt
Die Küche im alten Büro war das, was Büroküchen eben sind: ein Raum mit Kaffeemaschine und Mikrowelle, den man so schnell wie möglich wieder verlässt. Die neue Küche ist etwas anderes. Durchgehende Holzverkleidung von Boden bis Decke, ein eingebauter Kaffeevollautomat, ein Kochfeld. Es sieht aus wie eine Wohnküche und genau das war die Absicht.

Denn die besten Gespräche entstehen selten im Konferenzraum. Sie entstehen, wenn jemand Kaffee holt und jemand anderes gerade Mittag macht. Eine Küche, in der man gerne bleibt, ist kein Luxus. Sie ist Infrastruktur für Zusammenarbeit.
Der Konferenzraum: Wo Licht die Hauptrolle spielt
Der Konferenzraum liegt an der geschwungenen Außenseite des Astraturms, mit Panoramafenstern, die den Blick über die Hamburger Dächer freigeben. Das allein wäre schon genug. Aber dann schaut man nach oben.
An der Decke hängt eine skulpturale Lichtinstallation, geschwungene LED-Bänder, die sich wie eine Signatur durch den Raum ziehen. Kein Kronleuchter, kein Statement-Piece, sondern etwas, das zwischen Kunst und Funktion schwebt. Die roten Akzente an den Glasrahmen greifen die Energie auf, ohne zu dominieren.

Wer hier sitzt und nach außen schaut, sieht die Kirchturmspitze, die Dächer, den Hafen in der Ferne. Wer nach oben schaut, sieht, dass jemand sich Gedanken gemacht hat. Beides zusammen ergibt einen Raum, in dem man anders denkt als im Standardmeeting.
Die Lounge: Informell heißt nicht beliebig
Nicht jedes Gespräch braucht einen Tisch mit sechs Stühlen. Manche brauchen ein Sofa, einen niedrigen Tisch und das Gefühl, dass gerade niemand eine Agenda abarbeitet. Dafür gibt es jetzt die Lounge.
Ein geschwungenes Sofa in Salbeigrün zieht sich entlang der Wand, darüber eine ovale Ringleuchte, die den Raum in warmes Licht taucht. Ein Regal mit ein paar ausgewählten Gegenständen, ein Whiteboard für spontane Ideen, ein großer Bildschirm. Der Raum sagt: Setz dich, lass uns reden. Nicht: Bitte nehmen Sie Platz.

Der Kreativraum: Denken darf sichtbar sein
Einer der ungewöhnlichsten Räume ist der Think Tank. Dunkle Lamellenwand auf der einen Seite, die dem Raum akustisch und visuell Tiefe gibt. Gegenüber eine große Pinnwand mit Skizzen und Entwürfen. Nicht dekorativ aufgehängt, sondern so, wie sie im Arbeitsprozess entstanden sind.
An der Decke ein organisches Wolkenelement, das die Akustik dämpft und gleichzeitig den Raum weicher macht. Auf dem Boden ein Teppich in changierenden Grün- und Gelbtönen. Es ist ein Raum, der sagt: Hier darf etwas entstehen, das noch nicht fertig ist.

Die Fokuskabinen: Rückzug mit Charakter
Konzentriertes Arbeiten braucht Schutz vor Ablenkung. In vielen Büros löst man das mit Phone Booths aus dem Katalog – geschlossene Kabinen, die funktionieren, aber sich anfühlen wie Telefonzellen. Wir haben das anders gemacht.
Die Fokuskabinen im Astraturm sind über Rundbögen zugänglich in einem sanften Violettblau, das an mediterrane Architektur erinnert und gleichzeitig modern wirkt. Im Inneren: eine Akustikwand mit schuppenartiger Struktur, warmes Seitenlicht, ein Arbeitsplatz mit Monitor. Genug Platz zum Denken, wenig genug, um nicht abzuschweifen.

Die Arbeitsplätze: Offen, aber nicht ausgeliefert
Das offene Büro hat einen schlechten Ruf. Oft zu Recht. Wir wollten die Vorteile behalten (kurze Wege, Sichtkontakt, gemeinsame Energie) ohne die Nachteile (Lärm, fehlende Privatsphäre, das Gefühl, auf dem Präsentierteller zu sitzen).
Die Lösung: modulare Arbeitsplatz-Inseln mit Trennwänden in Arbeitshöhe, ergänzt durch Vorhänge als flexible Raumteiler. Wer Ruhe will, zieht den Vorhang zu. Wer Austausch will, lässt ihn offen. Es ist eine einfache Idee, aber eine, die den Unterschied zwischen „Großraumbüro“ und „gemeinsam arbeiten“ ausmacht.

Der Einzelarbeitsplatz: Auch Konzentration verdient Gestaltung
Ein Raum, der besonders auffällt: ein Einzelbüro mit großer runder Deckenleuchte, die den gesamten Raum gleichmäßig ausleuchtet. Die Wand in warmem Terracotta, der Blick durch bodentiefe Fenster über die Hamburger Hafenkante. Zwei Monitore, ein höhenverstellbarer Schreibtisch – funktional, aber eingebettet in eine Atmosphäre, die sich nicht nach Arbeitszelle anfühlt.

Der Panorama-Raum: Hamburg als Kulisse
Und dann gibt es diesen einen Raum, in dem alles zusammenkommt. Die geschwungene Fensterfront des Astraturms öffnet sich hier zum vollen Panorama: Hamburgs Türme, die Elbe, der Hafen, die Dächer von St. Pauli. Eine umlaufende Fensterbank mit Kissen und Pflanzen lädt ein, sich hinzusetzen und den Blick schweifen zu lassen. Runde Akustikelemente an der Decke, rosafarbene Polsterstühle am langen Tisch. Das ist ein wunderschöner Raum, der gleichzeitig Besprechungsraum, Empfangsraum und Denkraum sein kann.

Dieser Blick war schon immer da. Aber erst jetzt haben wir Räume geschaffen, die ihm gerecht werden.
Was das Ganze zusammenhält
Man könnte all diese Räume einzeln betrachten und sagen: schön gemacht. Aber das wäre zu kurz gedacht. Was den Umbau im Astraturm ausmacht, ist nicht der einzelne Raum. Es ist die Haltung, die sich durch alle Räume zieht.
Terracotta, Dunkelblau, Salbeigrün, Violett: eine Farbpalette, die mutig ist, ohne laut zu sein. Vorhänge statt Rigipswände – Flexibilität statt Fixierung. Lichtinstallationen, die nicht nur beleuchten, sondern prägen. Materialien, die man anfassen will: gehämmertes Metall, warmes Holz, strukturierte Akustikflächen. Und überall diese geschwungene Gebäudeform, die das Ganze zusammenhält wie eine Klammer. Nichts davon ist Zufall. Und nichts davon ist Deko.
Wir gestalten Arbeitsorte für unsere Kunden. Dieser Umbau zeigt, dass wir denselben Anspruch an uns selbst stellen.
Das Team Hamburg der Office Group Planen & Bauen
→ ORTE, die berühren → TECHNIK, die trägt → HALTUNG, die bleibt
