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Von der Theorie zur Tat: Wie wir die Kreislaufwirtschaft leben

Phase NULL – Gemeinsam ins Machen kommen

Jennifer Aust stellt beim Klimafestival in Berlin den zirkulären Umbau unseres Standorts Düsseldorf vor

Nach zwei unglaublich intensiven Tagen als „Repräsentantin“ der Office Group in Berlin zu Besuch bei der C2C NGO, einer Abendveranstaltung von Designfunktion und dem Klimafestival, kam ich voller neuer Impulse Ende November zurück an unserem Standort Düsseldorf.

Für mich war diese Reise als Ganzes, aber insbesondere das Panel auf dem Klimafestival auf dem ich den zirkulären Umbau unseres Standortes als Best- Practise vorstellen konnte, ein echtes Feuerwerk an Ideen und Begegnungen. Es wurde klar: Wir reden nicht mehr nur über Kreislaufwirtschaft – wir müssen sie jetzt leben. Dabei spielt eine ganz bestimmte Phase eine entscheidende Rolle: die „Phase NULL“.

Der Grundstein: Bauen im Bestand und zirkuläre Visionen

Was mich besonders beeindruckt hat, war die geballte Energie, die sich dem Bauen im Bestand widmet. Annabelle von Reutern vom Verband für Bauen im Bestand e.V. hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, nicht immer neu zu denken, sondern das Vorhandene zu nutzen und zu transformieren. Ihr Verband setzt sich unermüdlich dafür ein aus dem „Ja, aber…?“ ein „Jawohl!“ zu machen und bieten neben Netzwerkwissen und Workshops auch eine Best-Practice-Datenbank an. Ich denke, da werden wir uns mit unserem zirkulären Büro-Umbau zusammen mit Royal Ahrend in Düsseldorf auch bald einreihen.

Dominik Marquardt von der Cradle-to- Cradle NGO hat das Ganze auf die Spitze getrieben.Sie leben den Bildungsauftrag und schaffen Plattformen für alle, die zirkulär bauen wollen. Ihre eigenen Räumlichkeiten in Berlin sind in einer ehemaligen Apotheke verortet und gerade werden die anschließenden Räume, Räumlichkeiten einer alten Arztpraxis , werden gerade mit ausschließlich zirkulären Materialien saniert – ein echtes Labor für die Zukunft des Bauens. Das ist nicht immer einfach, aber es ist richtig und wichtig, um zu sehen, was geht und wo die Herausforderungen liegen.

MITTENDRIN statt nur dabei: Jennifer Aust beim Paneltalk „Innenarchitektur nachhaltig“

Materialien, Mindset und der Ruf zum Handeln

Felicitas Erfurt vom gleichnamigen Unternehmen Erfurt Tapeten hat uns den Materialpart näher gebracht und gezeigt, wie innovative, aber einfache Lösungen bei Tapeten das aufwendige Abreißen oder Aufarbeiten von Wänden ersetzen können. Aber es geht um mehr als nur Materialien. Daniel Gier, der für die Expo 2035 in Berlin wirbt, hat es auf den Punkt gebracht: Wir müssen raus aus der deprimierten Stimmung und wieder „ins Machen kommen“.

Das war der rote Faden, der sich durch alle Beiträge zog: Nicht nur reden, sondern jetzt ist die Zeit reif zum Tun! Franziska Lehmann von Texturing hat uns dann die Zahlen dazu geliefert. Nachhaltige Unternehmensentwicklung und Umwelt-Reports werden bald für viele Firmen Pflicht. Ich habe mich gefreut über ihr großes Interesse an unserem Düsseldorfer Standort. Schon bald möchte sie ihren Kunden bei uns vor Ort demonstrieren, wie zirkuläres Umbauen in der Praxis aussieht. Das zeigt mir, wie dringend der Bedarf an greifbaren Beispielen ist.

Die Magie der „Phase NULL“: Menschen mitnehmen, Geschichten erzählen

Das größte Learning für mich, dass sich auch in einer Diskussion über die Bürokultur 2026 widerspiegelte: Die „Phase NULL“ ist entscheidend. Damit meine ich nicht nur die technische Planung, sondern vor allem die Auseinandersetzung mit den Menschen, den Bauherren, den zukünftigen Nutzern. Bevor wir überhaupt die erste Fläche anschauen, müssen wir den Gedanken des zirkulären Bauens vermitteln und die Bedürfnisse der späteren Nutzer verstehen. Wir müssen die Vorteile aufzeigen – nicht nur Ressourcen-Einsparung, sondern auch zeitliche Flexibilität und das Ziel, bei den Kosten „pari rauszukommen“.

Es ist wie bei den schönen Büros, die leer bleiben, weil die Menschen nicht mitgenommen wurden. Wir müssen die Nutzer von Anfang an einbinden. Wir müssen transparent kommunizieren, z.B. dass ein wiederverwendeter Glasrahmen vielleicht auch mal einen kleinen Kratzer hat. Damit schaffen wir Akzeptanz. Mehr noch: Wir schaffen Geschichten! Geschichten, mit denen sich die Menschen identifizieren, die sie weitererzählen und die ihre neue Fläche zu etwas Besonderem machen.

Bauwirtschaft nachhaltig – Lehmputz statt Gipskarton – Abend bei Designfunktion

Dein nächster Schritt: Werde Teil der Kreislauf-Bewegung!

Mein persönliches Fazit des Klimafestivals 2025: Die Zeit des Zögerns ist vorbei. Wir müssen kommunizieren, wir müssen jetzt in das Tun kommen und wir müssen klar allen Beteiligten kommunizieren, was wir tun. Das Klimafestival war ein Treffpunkt für alte Bekannte und neue Ideen. Ein Ort, an dem ich sehen konnte, welche neuen Materialien und Forschungen auf uns zukommen – nicht nur in der Innenarchitektur, sondern im gesamten Hochbau.

Danke für Dein Interesse an meinem Rückblick des Klimafestivals. Vielleicht warst Du auch dabei und bist offen für den Austausch. Was ist denn nun deine „Phase NULL“? Wo kannst du anfangen, den Gedanken der Kreislaufwirtschaft in dein Projekt, in dein Unternehmen, in dein Leben zu integrieren? Bei welchem Projekt können wir von der Office Group Dich dabei unterstützen? Lass uns gemeinsam „ins Machen kommen“ und die Zukunft des Bauens gestalten. Bin gespannt von Deine Gedanken und Erfahrungen zu erfahren. Denn nur gemeinsam können wir diese Bewegung vorantreiben!

Herzliche Grüße von

Jennifer Aust
M.A. Innenarchitektur
j.aust@office-group.immobilien